Das PC-ABC: Die Grafikkarte

Die Bedeutung der Grafikkarte hat seit der Einführung grafischer Benutzeroberflächen erheblich zugenommen.

So war zunächst eine Vergrößerung des Grafikspeichers notwendig, um bei entsprechender Auflösung die geforderte Anzahl von Farben darstellen zu können. Hier kann einmal mit der gerade bei Computer-Neulingen weit verbreiteten Ansicht aufgeräumt werden, die Menge des Grafikspeichers hänge unmittelbar mit der Qualität der Grafikkarte zusammen. Von der Größe des Grafikspeichers ist lediglich abhängig, wie viele Farben bei welcher Auflösung noch dargestellt werden können. Theoretisch kann auch eine Grafikkarte mit 32 MB oder mehr Grafikspeicher ein katastrophal schlechtes Bild abliefern. Für die Bildqualität entscheidend ist in erster Linie der Grafikchip und der RAMDAC der Karte. Hier auf alle auf dem Markt vorhandenen Chips einzugehen, würde, auch aufgrund der rasanten Weiterentwicklung, zu weit führen. Wir verweisen an dieser Stelle auf die einschlägigen Fachzeitschriften.

Zum besseren Verständnis an dieser Stelle jedoch noch einige allgemeine Erläuterungen. Auch die beste Grafikkarte kann kein gutes Bild liefern, wenn der Monitor nicht mitspielt; auf die optimale Abstimmung dieser beiden Komponenten aufeinander kommt es an. Einen wesentlichen Faktor spielt bei der Ergonomie des Bildes die Bildwiederholfrequenz. Als Anhalt gilt: Ab 72 Hz gilt das Bild als flimmerfrei. Einige Anwender nehmen aber auch dann noch ein leichtes Flimmern wahr, vor allen Dingen, wenn etwas seitlich auf den Monitor geblickt wird. Bei 75 Hz ist jedoch auch für den kritischsten Anwender mit dem Flimmern Schluss. Moderne Grafikkarten und Monitore laufen eigentlich stets mit 85 Hz oder mehr, so dass das Flimmern des Bildes eigentlich kein Thema sein sollte. Haben Sie dennoch den Eindruck, das Bild flimmere, überprüfen Sie die Einstellungen ihrer Grafikkarte in Ihrem Betriebssystem oder mit dem meist mitgelieferten Tool im Treiber Ihrer Grafikkarte. Aber Vorsicht! Stellen Sie eine Frequenz ein, die oberhalb der Spezifikationen Ihres Monitors liegt, so können Sie diesen dauerhaft beschädigen oder sogar sofort zerstören. Prüfen Sie daher zuvor auf jeden Fall die Herstellerangaben für Ihren Monitor.

Neben der Ergonomie ist heutzutage oft der entscheidende Faktor für die Kaufentscheidung für eine Grafikkarte ihre Leistungsfähigkeit im 3D-Bereich im Bezug auf Qualität und Geschwindigkeit, besonders, wenn der Rechner für moderne Spiele genutzt werden soll. Um dieses zu erreichen, implementieren die Hersteller Funktionen zur Berechnung von 3D-Rechenoperationen in Ihren Grafikchips. Ein Beispiel: Musste vor Jahren zur Drehung eines Polygons auf dem Bildschirm diese Funktion noch in einfachere Rechenvorgänge zerlegt, vom Hauptprozessor des Systems berechnet und das Ergebnis dann an die Grafikkarte zurückgeliefert werden, so rechnet heute der Grafikchip der Grafikkarte diesen Vorgang in einem Zug aus, ohne die CPU des Systems überhaupt damit zu belasten; diese Funktion ist gewissermaßen auf der Grafikkarte fest verdrahtet eingebaut. Die Geschwindigkeit einer Grafikkarte ist also davon abhängig, welche und wie viele dieser Funktionen der Hersteller auf seiner Karte eingebaut hat, sowie von der Taktfrequenz des RAMDACs und der Art und Geschwindigkeit des verwendeten Grafikspeichers. Viele Hersteller nutzen als Grafikspeicher den relativ preiswerten EDO-Speicher, auf High-End-Karten kommt meist der speziell für den Grafikeinsatz optimierte SGRAM-Speicher zum Einsatz, der mit einem erheblich schnelleren Zugriff aufwarten kann.

Es dürfte klar geworden sein, wie mannigfaltig die Anforderungen an eine moderne Grafikkarte geworden sind. Zum derzeitigen Zeitpunkt kann man sagen, dass alle auf dem Markt befindlichen Karten einen Kompromiss darstellen, es gibt also keine Karte, die in allen Punkten die beste ist. Sie sollten sich daher vor dem Kauf prüfen und für sich selbst klare Prioritäten setzen, was die Auswahlkriterien angeht. Hier spielen natürlich auch noch die Punkte Preis, Zuverlässigkeit, Garantie, Support und Kompatibilität eine Rolle.

Beim Einbau der Grafikkarte kann man kaum Fehler machen, um Problemen bei ISA- oder PCI-Karten vorzubeugen, sollte man diese stets in den jeweils vom Chipsatz aus gesehen ersten Slot einbauen, sonst kann es in seltenen Fällen zu Problemen bei der Ressourcenzuteilung seitens des Mainboards kommen.

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