Das PC-ABC: Der Prozessor

Zum Prozessor gibt es außer den bereits im Kapitel "Mainboard" erwähnten Aspekten nicht viel zu sagen, zumindest, was den Einbau betrifft. Die Wahl des Prozessors ist meist eine Frage des Geldbeutels oder der geplanten Nutzung des PC's.

Immer wichtiger als die eigentliche Rechenleistung der CPU werden momentan die in der CPU implementierten Zusatzfunktionen zur Berechnung von 3D-Funktionen, so MMX oder ISSE bei Intel und 3Dnow bei AMD. Mit diesen Zusatzfunktionen kann eine CPU, die in der Rechenleistung einer anderen eigentlich deutlich unterlegen ist, wenn die verwendete Software ihren Befehlssatz unterstützt, in der Praxis die erheblich schnellere sein. Somit relativieren sich auch die Ergebnisse diverser Benchmarks.

Beim Einbau der CPU's ist bei 386 und 486er-CPU's vor allem die korrekte Einbaulage zu beachten, baut man diese falsch ein, gibt es einen Kurzschluss und die CPU ist zerstört. Ab der Pentium-Serie ist ein solcher falscher Einbau nicht mehr möglich. Hier ist lediglich die Einstellung des korrekten Bustaktes, der CPU-Kernspannung und des Multiplikators zu beachten. Ein Beispiel: Ein aktueller AMD-K6-III/450 Prozessor läuft mit 2,4 Volt Kernspannung, 100 MHz-FSB-Speed (FSB=Front-Side-Bus), der zum Erreichen der 450 MHz mit 4,5 multipliziert wird. Die entsprechenden Einstellungen sind auf dem Mainboard per Jumper zu stecken.

Alle aktuellen CPU's sind sogenannte Split-Voltage-CPU's, d.h. sie arbeiten mit unterschiedlicher Kern- und I/O-Spannung. Die I/O-Spannung ist immer 4,5 Volt und kann daher meist auch nicht auf dem Mainboard verändert werden. Es wird lediglich durch einen Jumper eingestellt, ob es sich um eine Split-Voltage-CPU handelt oder nicht. Die Sache mit der geringeren Kernspannung hat man eingeführt, als die Temperaturen der CPU's aufgrund der immer höheren Taktfrequenzen nicht mehr durch Kühler in den Griff zu bekommen waren.

Lief eine 386er-CPU noch ohne jeglichen Kühler und wurde bestenfalls handwarm, so kommt keine aktuelle CPU mehr ohne aktiven Kühler (d.h. Kühlrippen und Lüfter) aus. Vergisst man den Stromanschluss des Kühlers, so stirbt die CPU nach ca. 2 Minuten den Hitzetod, im ungünstigsten Fall kann sogar der Rechner abbrennen. Um dieser Gefahr auch beim Ausfall des Lüfters im späteren Betrieb zu entgehen, haben alle modernen Mainboards Temperatursensoren, die die CPU-Temperatur überwachen und bei zu hohen Temperaturen Alarm schlagen. Die permanente Arbeitstemperatur einer CPU sollte ca. 55° Celsius nicht übersteigen.

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