Das PC-ABC: Die Soundkarte

Eine Komponente, die in keinem modernen PC fehlen darf, ist die Soundkarte. Sie ermöglicht erst die Wiedergabe von Musik oder Klängen über an den Rechner angeschlossene Lautsprecher. Auch das Nutzen von Spracherkennungssoftware zur Eingabe von Text durch Sprache wird durch ein an die Soundkarte angeschlossenes Mikrofon erst möglich. Auch der Anschluss eines Joysticks erfolgt heutzutage in der Regel immer über die Soundkarte.

Die Preisunterschiede bei Soundkarten sind ganz erheblich. Erhält man bei Computer-Discountern bereits Karten für ca. 20 DM, so kann eine professionelle Karte mit ein paar tausend Mark durchaus den Löwenanteil beim PC-Kauf ausmachen. Wo liegen bei solch extremen Differenzen die Unterschiede der Karten? Diese liegen in den Bereichen Klang, Ausstattung, Anschlussmöglichkeiten, Kompatibilität und Erweiterbarkeit. Klanglich für den Heimanwender ausreichend sind in der Regel Karten, die preislich im Bereich zwischen 40 und 50 DM liegen, bereits sehr gute Qualität gibt es für nur ein paar Mark mehr, nämlich in der Klasse bis 100 Mark. Hier hängt die Wahl des Anwenders eigentlich nur von seinen Ansprüchen ab, abzuraten ist eigentlich nur von den zuvor erwähnten Billigst-Karten. Die Karten im Bereich bis 100 DM sind normalerweise alle mit einem Ausgang sowie einem Line- und einem Mikrofon-Eingang ausgestattet und kompatibel zu allen gängigen Sound-Standards, sodass beim Einsatz mit Spielen eigentlich keine Probleme zu erwarten sind. Ist geplant, mit dem Rechner selbst Musik zu komponieren, aufzunehmen oder zu bearbeiten, so ist eine Investition in der Preisklasse bis maximal 500 DM sinnvoll. Die Karten verfügen dann über mehr Ein- und Ausgänge, beinhalten einen sogenannten Wavetable mit Zusatzspeicher, über den Original-Klänge von Instrumenten gespeichert und abgerufen werden können, sind auch klanglich noch einmal einen Schritt besser, vor allen Dingen was die Eingänge angeht und verfügen über Prozessoren, die beim Bearbeiten von Klängen oder Musik den Hauptprozessor des Rechners entlasten. Der Wavetable ist meist austausch- oder aufrüstbar. Auch sind bei der Verwendung der Karten mit Spielen im Normalfall keine Probleme zu erwarten. Dies ist in der Profi-Klasse, in der es preislich (fast) keine Grenzen gibt, nicht unbedingt mehr zu erwarten. Die Karten sind kompromisslos für den Musiker oder für den Studioeinsatz konzipiert, verfügen über mannigfaltige, zum Teil digitale Ein- und Ausgänge und warten mit Features auf, die für den Heimanwender völlig uninteressant sind. Kompatibilität zu Spielen stand bei der Entwicklung dieser Karten meist nicht im Pflichtenheft der Entwickler.

Ob eine PCI- oder ISA-Karte gewählt wird, ist bei den preiswerteren Karten meist egal, da die anfallenden Datenmengen bei der Wiedergabe von Sounds zum Beispiel aus Spielen auch vom ISA-Bus problemlos übertragen werden können. Die Entscheidung für ein Bussystem wird dem Anwender manchmal auch von der Anzahl der noch vorhandenen freien Slots im Mainboard abgenommen.

Bei den Mittelklasse- oder Profimodellen ist wegen der anfallenden Datenmengen schon eine PCI-Karte zu empfehlen. Auch die Tatsache, dass nur PCI-Karten in der Lage sind, sich die Ressourcen des Mainboards mit anderen PCI-Karten zu teilen, macht diese Wahl sinnvoll, da diese Karten manchmal wahre Ressourcenfresser sind, die mehrere Interrupts und DMA-Kanäle belegen.

Beim Einbau einer Standard-Soundkarte in einen modernen Rechner sind kaum Besonderheiten zu beachten, die Karte wird eingebaut, die passenden Treiber für das Betriebssystem installiert, - fertig. Nur das dreiadrige Kabel zwischen CD-ROM-Laufwerk und Soundkarte kann eventuell vergessen werden. Dies ist notwendig, um auch den Klang von Audio-CD's wiedergeben zu können. Hier gibt es ein paar verschiedene Standards für die Steckerbelegung, das passende Kabel wird in der Regel mit dem CD-ROM-Laufwerk ausgeliefert.

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